Freiwillige Feuerwehr Lämershagen

100 Jahre

 

Im Jahre 1889 wurde die Freiwillige Feuerwehr Lämershagen unter dem Wahlspruch „Gott zur Ehr‘ – dem Nächsten zur Wehr" gegründet.

 

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr bedeutet Dienst zum Schutz der Bürger, aber auch Rückblick auf die Geschichte des Dorfes und die technische Entwicklung im Feuerwehrwesen.

 

18 Männer erklärten sich damals bereit, den Feuerschutz in unserer Gemeinde zu übernehmen.

 

Vom Amt Heepen wurde zu diesem Zweck eine Feuerlöschspritze gestellt, die beim Gemeindebürgermeister, Landwirt Beste, untergestellt war. Als Spritzenmeister war der Schneidermeister August Kleine tätig. In seien Händen lag auch die gesamte Führung der Feuerwehr. Die Feuerwehrmänner verrichteten ihren Dienst in Zivilkleidung; später trugen sie als äußeres Kennzeichen eine Mütze aus Wachstuch. Nach Fertigstellung der Schule im Jahre 1890 wurde die Spritze im Schulkeller untergestellt.

 

Im Jahre 1922 wurde die Freiwillige Feuerwehr Lämershagen neu gegliedert und vom neu gewählten Hauptmann Adolf Brockmann geführt. Es wurde beschlossen, daß alle Feuerwehrmänner eine Uniform und eine persönliche Ausrüstung bekommen. Die Kosten betrugen 17.185.- RM.

 

An der Aufbringung der Kosten beteiligten sich:
Gemeinde Lämershagen mit 3.000,- RM
Amt Heepen mit 3.000,- RM
Westfälische Feuersozität mit 1.000,- RM
Haussammlung in der Gemeinde 8.090,- RM

Die fehlenden 2.095,- RM wurden von der Feuerwehr selbst aufgebracht.

 

Ein Kassenbericht aus der Generalversammlung vom 15.12.1923 :
Der Kassierer gab die Einnahmen mit 200.021.642.500,- RM bekannt. Die Ausgaben betrugen 87.003.912.575,- RM, so das ein Überschuss von 113.017.729.925,- RM vorhanden war.

 

Nach der Währungsumstellung verblieben von diesem Überschuss noch 11 ½ Pfennig.

 

Im Jahre 1926 wurde ein Spitzenhaus mit Steigerturm gebaut. Der Platz wurde vom Kameraden Wilhelm Wortmann freiwillig zu Verfügung gestellt. Die Landwirte aus Lämershagen beteiligten sich am Bau dieses Spritzenhauses durch Holzlieferungen und Gespannstellungen. Ein Teil der Arbeiten wurde von den Feuerwehrkameraden selbst ausgeführt.

 

In Verbindung mit dem am 19. Und 20. Juni 1926 stattgefundenen Amtsverbandsfest wurde das neue Spritzenhaus mit Steigerturm eingeweiht.

 

Am 6. Juni 1931 wurde der Feuerwehr Lämershagen eine andere Handdruckspritze übergeben, die schon von der Feuerwehr Brake benutzt worden war. Diese Spritze war aber immer noch besser als die erste, schon 42 Jahre alte, Handduckspritze.

 

Löschmeister Gustav Elges übernahm dann 1937 die Führung der Feuerwehr.

 

Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden mehrere Feuerwehrkameraden zu Wehrmacht einberufen. Die Lücken, die dadurch entstanden wurden durch die Verpflichtung anderer Männer zum Feuerwehrdienst wieder geschlossen. In den letzten Kriegsjahren wurde die Feuerwehr Lämershagen fast täglich eingesetzt.

 

Im Jahre 1943 wurde die Feuerwehr motorisiert. Es wurde ein Wehrmachtswagen und eine Motorpumpe TS 4/4 zur Verfügung gestellt, die nun die alte Handdruckspritze und das Pferdegespann ablösten.

 

Im April 1945 wurde beim Einmarsch der Amerikaner das Spritzenhaus mit Steigerturm vollständig zerstört, ebenfalls der Fahrzeug und sämtliche Geräte.

 

Gleich nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges standen die Wehrmänner und die, die unversehrt aus dem Krieg zurückgekommen waren, unter der Leitung von Gustav Schütte II wieder geschlossen zusammen. Es gab zwar nur behelfsmäßige Geräte, deren Transport wegen der spärlichen Kraftstoffzuteilung sehr schwer war, aber auch diese wurde von den Wehrmännern gemeistert.

 

Am 9. April 1951 wurde Brandmeister Heinrich Berkenkamp zum neuen Wehrführer gewählt. Er löste den bis dahin tätig gewesenen Wehrführer Gustav Schütte II ab.

 

Am 5. Oktober 1951 erhielt die Wehr mit einem Lastwagen vom Typ V8 ein eigenes Fahrzeug. Das Fahrzeug wurde umgebaut, damit die Wehrmänner Sitzgelegenheiten hatten. Da kein Gerätehaus mehr vorhanden war, wurde das Fahrzeug im Hause Wrachtrup untergestellt.

 

Weil die von der Wehrmänner nach dem Krieg aufgefundene und selbst reparierte Motorpumpe nicht mehr einsatzbereit war, wurde der Wehr am 24. Juni 1956 eine neue Motorpumpe TS 8/8 vom Typ Magirus mit VW – Motor übergeben.

 

Im Jahre 1956 entschloß sich die Gemeinde zum Bau eines neuen Gerätehauses, da das Haus Wrachtrup, in welchem das Fahrzeug bisher provisorisch untergebracht war, umgebaut werden sollte.

 

Das Gerätehaus konnte auf dem von der Firma Windel kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstück errichtet werden. In diesem neuen Gerätehaus wurden auch das Gemeindebüro und zwei Wohnungen eingerichtet, die von dem damaligen Bürgermeister und dem Gerätewart der Feuerwehr bezogen wurden.

 

Im Zuge der Modernisierung der Feuerwehren des Amtes Heepen erhielt der Löschzug Lämershagen am 13. Juli 1957 ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ Opel Blitz mit Vorbaupumpe 8/8. Dieses Fahrzeug wurde von den Kameraden Heinrich Berkenkamp und und Gustav Schütte II aus Ulm abgeholt und in einer Feierstunde am 20. Juli 1957 unter Anwesenheit der Löschzuge des Amtes Heepen übergeben.

 

Da der Tragkraftspritzenanhänger inzwischen veraltet war und den Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde im Jahre 1962 vom Amt Heepen für den Löschzug ein neuer angeschafft.

 

Weiterhin wurde das Löschgruppenfahrzeug mit Sprechfunk ausgerüstet, um dem Löschzuge die Möglichkeit zu geben, zu jeder Zeit und aus jeder Position vom Fahrzeug aus mit der Kreiszentrale und durch deren Vermittlung auch mit anderen Löschzügen in Verbindung zu treten. Außerdem die Alarmsirene auf dem Gerätehaus mit einem Meldempfänger verbunden. Dieser war von der Kreiszentrale über Funk in Tätigkeit zu setzen. Somit war einen schnelle Alarmierung des Löschzuges gewährleistet.

 

Für den überörtlichen Katastrophenschutz nahm Ende 1963 der Löschzug Lämershagen ein weiteres Fahrzeug vom Typ TLF 8 in seine Obhut. Die Schlagkraft des Löschzuges wurde dadurch um eine Beträchtliches erhöht, denn das Fahrzeug darf auch für den Feuerschutz der Gemeinde eingesetzt werden.

 

Wegen der nicht mehr ausreichenden Unterstellmöglichkeiten für dieses Fahrzeug erschloß sich die Gemeinde, das Gerätehaus zu erweitern. Mit dem Erweiterungsbau wurde im Herbst 1967 begonnen. Die Einweihung fand anläßlich unseres Feuerwehrfestes am 19. Mai 1968 statt. Im Zuge der Erweiterung wurden auch die vorhandenen Wohnungen vergrößert und ein Unterrichtsraum für den Löschzug geschaffen.

 

Oberbrandmeister Berkenkamp, der vom 9. April 1951 an als Löschzugführer tätig war, erhielt am 9. Juli 1964 die Ernennung zum Amtsbrandmeister. Zum neuen Brandmeister wurde Gustav Schütte und als Stellvertreter Brandmeister Heinz Fuhrmann am 8. Oktober 1965 gewählt.

 

Um einen einsatzkräftigen Nachwuchs heranzubilden, wurde am 21. Februar 1970 eine Jugendfeuerwehr innerhalb des Löschzuges Lämershagen gegründet.

 

Auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 1972 wurde Oberbrandmeister Heinz Fuhrmann zum Löschabteilungsführer gewählt. Ein Jahr später erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Bielefeld. Seitdem ist die Freiwillige Feuerwehr Lämershagen der Feuerwehr Bielefeld zugeordnet, und die Alarmierung zu Brand- und Hilfeeinsätzen erfolgt durch die Leitstelle der Feuerwehr Bielefeld.

 

Hierzu sei noch zu erwähnen, dass bis zum Jahre 1939 mit mundgeblasenem Horn zu Einsatz gerufen wurde. Erst 1981 wurden durch die Stadt Bielefeld Meldeempfänger an die Freiwillige Feuerwehr ausgegeben, die eine Alarmierung jedes einzelnen Kameraden, auch in den Außenbezirken, möglich machten. Hierdurch kann weitestgehenst auf den ruhestörenden Sirenenalarm verzichtet werden.

 

Durch den plötzlichen Tod des Löschabteilungsführers Heinz Fuhrmann wurde im Jahre 1976 Karl – Hermann Vagt zu seinem Nachfolger gewählt. Zwei Jahre später konnte das mittlerweile 21 Jahre alte LF 8 durch ein neues und besser ausgerüstetes LF 16 ersetzt werden. Nachdem im Jahre 1981 Hauptbrandmeister Karl – Hermann Vagt das Amt des Bezirksprechers übernahm, löste ihn Jürgen Marx ab.

Jürgen Marx war zu dem Zeitpunkt mit 25 Jahren der jüngste Löschabteilungsführer der Feuerwehr Bielefeld. 

In seiner Amtszeit konnten auch einige andere Fahrzeuge übernommen werden. Das TLF 8/8 auf Unimog Fahrgestell wurde 1996 durch ein TLF 16/25 auf Mercedes Fahrgestell getauscht. Diese Fahrzeug war schon viele Jahre bei der Löschabteilung Kupferhammer im Einsatz gewesen. Auch diese Fahrzeug musste getauscht werden, da es nach 30 Dienstjahren nicht mehr den technischen Erfordernissen entsprach. Diese Fahrzeug tut noch heute im Kosovo seinen Dienst.

Als Ersatz erhielt die Feuerwehr Lämershagen ein anderes Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 auf Magirus Fahrgestell, dass allerdings auch schon etliche Jahre auf den Räder hatte.

Jürgen Marx musste aus gesundheitlichen Gründen 2002 sein Amt als Löschabteilungsführer abgeben. Zur gleichen Zeit stellte auch sein Vertreter Rainer Niebuhr sein Amt zur Verfügung. So war die Abteilung gezwungen, eine komplett neue Führung zu wählen. Frank Kolecki und als Vertreter Jörg Uber übernahmen zur Jahreshauptversammlung 2002 die Leitung der Feuerwehr Lämershagen.

2003 war ein besonderes Jahr für die Feuerwehr Lämershagen. Die Stadt Bielefeld stellte die Mittel für ein fabrikneues Tanklöschfahrzeug zur Verfügung. Zügig wurde mit der Beschaffung und der Ausschreibung begonnen, so dass die Feuerwehr Lämershagen im Dezember 2003 das neue Fahrzeug übernehmen konnte. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2004 wurde das neue TLF 16/25 TS  auf Mercedes Fahrgestell vom stellv. Leiter der Feuerwehr Bielefeld Bernd Heissenberg der Löschabteilung offiziell übergeben.

Das neue TLF 16/25 TS (auf dem Bild: Rainer Niebuhr und Klaus Kolecki)

 

Möge die Freiwillige Feuerwehr Lämershagen auch in Zukunft immer wieder Männer finden, die breit sind, sich für das Gemeinwohl in selbstloser Weise einzusetzen, nach dem Leitspruch:

 

„Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr !"

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